Kurzbiographie
  Detailliertere Informationen zum Leben Fritz Wotrubas als in der folgenden Kurzbiographie finden Sie links in der Liste zu den jeweiligen Lebensabschnitten.

Fritz Wotruba wurde 1907 in sehr einfachen Verhältnissen in Wien geboren und lernte den Beruf eines Stanzengraveurs. Von 1926-1929 studierte er an der Kunstgewerbeschule Wien Bildhauerei bei Anton Hanak und Eugen Steinhof. 1931 stellte Wotruba in seiner ersten Einzelausstellung erfolgreich im Folkwang Museum in Essen aus. Es folgten bis 1938 mehrere Einzelausstellungen sowie Ausstellungsbeteiligungen in Österreich, Deutschland, Frankeich und der Schweiz, 1932 und 1936 nahm er an der Biennale von Venedig teil.
Wotruba schließt im Wien der Dreißigerjahre Freundschaften u.a. mit den Schriftstellern Elias Canetti, Hermann Broch, Franz Theodor Csokor und Robert Musil, den Malern Herbert Boeckl und Josef Dobrowsky sowie dem Komponisten Alban Berg. Bereits 1933 nach der Etablierung des autoritären Standestaats gehen Wotruba und seine Gattin aus politischen und wirtschaftlichen Gründen für sieben Monate in die Schweiz, 1937 und 1938 neuerlich in die Schweiz und nach Deutschland.
Wie viele ihrer Freunde verließen Wotruba und sein Gattin schließlich 1938 Wien und lebten bis 1945 im Exil in Zug in der Schweiz. Wotruba konnte mit Hilfe von Schweizer Freunden leben und arbeiten und beteiligte sich an Ausstellungen in Schweizer Museen.

1945 kehrte Wotruba nach Wien zurück, da er auf Vermittlung Herbert Boeckls an die Akademie der bildenden Künste in Wien berufen wird, an der er bis zu seinem Tod eine Meisterschule für Bildhauerei leitet. Fast alle österreichischen Bildhauer, die in der Folge Bedeutung erlangten, stammen aus der Wotruba-Schule - z. B. Avaramidis, Hoflehner, Pillhofer, Goeschl, Hrdlicka.
Er erlangte in den folgenden Jahrzehnten internationale Anerkennung, war in den wichtigen Häusern Europas und der USA mit zahlreichen Einzelausstellungen vertreten und nahm regelmäßig an großen internationalen Gruppenausstellungen teil, wie an der Biennale von Middelheim-Antwerpen, an der documenta in Kassel, oder von 1936 bis 1972 sechsmal an der Biennale von Venedig. Wotruba schuf in den sechziger Jahren Arbeiten für die Bühne (Bühnengestaltung, Kostüme und Masken) für Sophokles-Dramen am Wiener Burgtheater, in der Salzburger Felsenreitschule und in Athen sowie für Wagners “Ring des Nibelungen" an der Deutschen Oper, Berlin. 1971 erhielt er den Auftrag, die Kirche "Zur Heiligsten Dreifaltigkeit" in Wien-Mauer zu planen, die 1976 eingeweiht wurde.

1975 stirbt Wotruba überraschend in Wien. Seine Witwe Lucy Wotruba eröffnet 1980 das von ihr eingerichtete Wotruba-Haus in Wien, das den künstlerischen Nachlaß des Bildhauers bis heute birgt. Nach dem Tod von Lucy Wotruba 1985 erfolgt 1986, von ihr testamentarisch vorgesehen, die Gründung des “Vereins der Freunde zur Erhaltung und Betreuung des künstlerischen Nachlasses von Fritz Wotruba”, der bis heute Rechtsnachfolger Wotrubas ist und das nachgelassene Werk verwaltet.
1991/92 wurden ein “Fritz Wotruba-Gedenkraum” und ein “Wotruba-Studienzentrum” für Wotrubas szenisches Werk im Österreichischen Theatermuseum, Wien eingerichete. In den letzten Jahren gab es einige große Ausstellungen u.a. im Yorkshire Sculpture Garden in Großbritannien, im Kunsthaus Zug in der Schweiz, im Palais Harrach des Kunsthistorischen Museums Wien und 2002 im Mendrisio Museo d´Arte in Italien, ebenso sind Werke Wotrubas laufend an österreichischen und internationalen Ausstellungen beteiligt.