Biographie1970-2017
1970
 Von April bis Mai finden zwei Einzelausstellung des Künstlers in Rom statt, die eine im Österreichischen Kulturinstitut («Progetti per il teatro classico»), die andere in der Galerie «Il Collezionista». Am 12. Juni reist das Ehepaar Wotruba zur Enthüllung des Denkmals für Richard Wagner (wv 302) nach Mainz. Anschliessend fahren beide zur Eröffnung der XXXVI. Biennale nach Venedig, an der Wotruba erneut teilnimmt. Hier trifft er Carola Giedion-Welcker und Max Bill. Im September reisen Fritz und Lucy Wotruba für eine Woche nach Sardinien. An der im Rahmen des «Steirischen Herbst ’70» im Oktober in Graz stattfindenden Ausstellung «Österreichische Kunst. Skulpturen, Plastiken, Objekte» sind auch Skulpturen von Wotruba ausgestellt.
1971
 Ende Januar fährt Wotruba nach Rotterdam, wo er der Enthüllung der «Grossen liegenden Figur» (wv 311) am Westersingel beiwohnt. In Wien beschäftigt er sich erneut mit dem Torso-Motiv (wv 320—324). Es entsteht der «Grosse Torso» (wv 319), der nach dem Tod des Künstlers auf seinem Ehrengrab im Zentralfriedhof in Wien aufgestellt wird. Am 16. März reist Wotruba nach Belgrad, der letzten Station seiner Wanderausstellung durch Jugoslavien, die zuvor in Ljubljana und Zagreb gezeigt wurde. Im April besuchen Henry Moore und John Russel Wotruba in Wien. Am 28. April wird ihm vom österreichischen Bundespräsidenten das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst verliehen. Mitte Juni fahren Fritz und Lucy Wotruba wiederum an den Lido von Venedig. Ende August wird in Alpbach im Rahmen der dortigen Festwochen eine Wotrubas Bühnengestaltungen gewidmete Ausstellung eröffnet. Der Künstler ist anwesend.
1972
 Es entsteht die «Grosse Skulptur» aus Ruskitza Marmor (wv 328); ein Bronzeabguss davon wird beim Dianabad in Wien aufgestellt. Die Zuger Kunstgesellschaft veranstaltet im Sommer im Theater im Burgbachkeller eine Einzelausstellung Wotrubas. Es ist die erste Ausstellung des Künstlers in Zug, seit er während des Krieges als Emigrant hier lebte. Dieser Ausstellung werden nach der Eröffnung des Zuger Kunsthauses im Jahre [...] weitere folgen. Mit der Errichtung des Depositums der Stiftung Sammlung Kamm im Jahre [...] wird das Kunsthaus Zug nach dem vom Fritz Wotruba-Verein in Wien verwalteten Nachlass zur wichtigsten öffentlichen Sammlung von Werken Wotrubas. Fritz und Lucy Wotruba fahren Ende Juni zur Eröffnung der XXXVI. Biennale nach Venedig, an der der Bildhauer diesmal im Rahmen der Ausstellung «Sculture nella Città» beteiligt ist. Das zuständige Organisationskomitee für die XX. Olympiade München 1972 lädt Wotruba zur Teilnahme an der Ausstellung «Weltkulturen und Moderne Kunst» im Haus der Kunst in München ein. Von Juli bis August findet in der Kärntner Landesgalerie im Stift Ossiach eine Einzelausstellung des Künstlers statt.
1973
 Es entsteht die «Grosse liegende Figur» (wv 335). Am 22. März reist Wotruba nach Budapest zur Eröffnung seiner Retrospektive im Mücsarnok (Nationalgalerie). Im Rahmen der Wiener Festwochen zeigt das Leopoldstätter Bezirksmuseum die Ausstellung «Fritz Wotruba und Bildhauer seiner Meisterklasse». Die zweite Junihälfte verbringen Fritz und Lucy Wotruba wieder am Lido von Venedig. In diesem Jahr nimmt Wotruba zum letztenmal an der Biennale von Middelheim-Antwerpen teil. Mitte Oktober sehen sich Elias Canetti und Wotruba nach längerer Zeit wieder.
1974
 Es entsteht als letztes monumentales Werk der «Grosse Stehende» (wv 338). Mitte Juni erhält der Bildhauer die Pontifikatsmedaille von Papst Paul VI. Ende Juni ist das Ehepaar Wotruba wiederum am Lido von Venedig. Im Herbst veröffentslicht die Erker-Presse in St.Gallen «Eugène Ionesco: Discours d’ouverture du Festival de Salzbourg, 1972», ein bibliophiles Werk mit sechs Originalradierungen Wotrubas.
1975
 Im Februar tritt Wotruba aus dem ORF-Kuratorium aus, dem er seit 1971 angehörte. In der Edition Tusch, Wien, erscheint ein Mappenwerk mit zehn Originalradierungen des Künstlers. Ende Juni fahren Fritz und Lucy Wotruba für zwei Wochen an den Lido von Venedig. Am 28. August stirbt Wotruba unerwartet in Wien. Am 5. September findet das Begräbnis statt. Der Bildhauer findet in einem Ehrengrab des Zentralfriedhofs seine letzte Ruhestätte. Die von der Stadt Mailand veranstaltete, teilweise noch von Wotruba selbst konzipierte Ausstellung in der Rotonda di via Besana, die am 18. September eröffnet wird, wird zur ersten grossen posthumen Einzelausstellung des Künstlers.
1976-1986
 1976
Weihe der nach dem Modell Fritz Wotrubas erbauten Kirche «Zur Heiligsten Dreifaltigkeit» in Wien-Mauer (Architekt Fritz Gerhard Mayr).

1980
Eröffnung des von der Witwe des Künstlers eingerichteten Fritz-Wotruba-Hauses in Wien, das den künstlerischen Nachlass des Bildhauers birgt.

1985
Lucy Wotruba stirbt am 12. Dezember in Wien.

1986
Gründung des im Testament Lucy Wotrubas vorgesehenen Vereins «Freunde zur Erhaltung und Betreuung des künstlerischen Nachlasses von Fritz Wotruba» (im Werkverzeichnis abgekürzt «Fritz Wotruba-Verein» genannt). Der Verein, der Rechtsnachfolger Fritz Wotrubas ist, verwaltet das nachgelassene Werk des Künstlers, wahrt die an ihn übergegangenen Rechte und kümmert sich als zentrale Instanz um die Förderung des ihm anvertrauten Werks Fritz Wotrubas.
2007 übernimmt die Fritz Wotruba Privatstiftung als Rechtsnachfolgerin des Vereins den künstlerischen Nachlass und schriftlichen Nachlass des Bildhauers - Archiv und Bibliothek - und führt alle damit verbundenen Aufgaben weiter. Zur weiteren Entwicklung der Fritz Wotruba Privatstiftung und zur Etablierung von "Wotruba im 21er Haus" im Jahre 2011 siehe hier.