Biographie1920-1929
1921-1929
 Von August 1921 bis Dezember 1925 absolviert Wotruba eine Berufslehre als Stanzengraveur in der Graveur- und Stanzenwerkstätte von Josef Schantin in Wien. Später erzählt er, dass er jeden Morgen vor Arbeitsbeginn Zeichnungen berühmter Bildhauer (insbesondere Michelangelos) nach Vorlagen kopierte.

1926-1929
Von Februar bis zum Sommer 1926 besucht Wotruba die offenen Abend-Aktzeichenkurse an der Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien. Mit Beginn des neuen Studienjahrs im Herbst 1926 wird er regulärer Student in der Fachklasse für Bildhauerei der Kunstgewerbeschule. Von 1926 bis 1928 erhält Wotruba ein Stipendium der Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst in Wien, der Arbeiterkammer und der Gemeinde Wien. Bis 1928 ist er Schüler Anton Hanaks. In dessen Klasse lernt er seine zukünftige Frau, Marian Fleck (geb. 10.5.1905 in Düsseldorf, gest. 30.8.1951 in Wien), Tochter eines jüdischen Kaufmanns aus Düsseldorf, kennen. 1928 bis 1929 ist Wotruba zusammen mit Marian in der Klasse Eugen Steinhofs. Neben der Schule arbeitet er in seinem angestammten Beruf. Ab 1927 hat er in einer gemieteten Baracke eine eigene Werkstatt. 1928/29 entsteht der «Torso» aus Mannersdorfer Kalkstein (wv 22). Bereits mit Hanak hatte Wotruba künstlerische und persönliche Auseinandersetzungen. In seinem Verhältnis zu Steinhof setzen sie sich fort. Im Mai 1929 eröffnet die Kunstgewerbeschule ein Disziplinarverfahren gegen Wotruba, da er sich unaufgefordert in eine Auseinandersetzung Marians mit Steinhof einmischte. Wotruba wird unter Hausverbot für den Rest des Studienjahres beurlaubt und mit Ende des Schuljahres 1929 von der Schule verwiesen. Die Schulleitung entschliesst sich, dem Studenten Wotruba dennoch ein reguläres Abgangszeugnis mit sehr guter Bewertung auszustellen. Darin attestieren Hanak und Steinhof Wotruba eine sehr gute technische und kompositionelle Begabung in der freien Gestaltung von Blech und Stein. Marian verlässt die Schule auf eigenen Wunsch gemeinsam mit Wotruba.
1929
 Im August tritt Wotruba aus der römisch-katholischen Kirche aus. Anfang Dezember bezieht er die unter einem Stadtbahnbogen an der Wasserleitungsstrasse 9 im 9. Bezirk gelegene Werkstatt, die ihm Eduard Leisching, damaliger Direktor des Wiener Museums für Angewandte Kunst, vermittelte. In Briefen an seine Schwiegermutter klagt Wotruba über die zunehmend schwierige Lage in Wien. Am 27. Dezember 1929 heiraten Fritz und Marian auf dem Standesamt im Wiener Rathaus.